Die persönliche Bibellese
Wenn wir in der glücklichen Lage sind, eine Bibel oder sogar mehrere in unserer oder anderen Sprachen zu besitzen, können wir im Unterschied zu Christen zu anderen Zeiten oder in anderen Ländern, wo der Besitz von Bibeln verboten ist, ungehindert mit dem Wort Gottes umgehen. Ich glaube, dass wir dann die Verpflichtung und Verantwortung haben, uns damit zu beschäftigen. Das inspirierte Wort Gottes ist geeignet zur Lehre, zur Korrektur und zur Anweisung zu einem gelingenden Leben als Christ. In der privaten Andacht ist es gut, einen nicht zu langen Abschnitt betend zu betrachtend in der Erwartung, Gott habe mir persönlich etwas mitzuteilen. Das kann eine Ermutigung, aber auch eine Ermahnung und vieles andere mehr sein. Dafür eignen sich für den einzelnen verständliche Übersetzungen und je nach Übung zunächst die Evangelien, später die Briefe und das ganze Neue Testament und nach und nach die Texte des Alten Testaments.
Die forschende Bibellese
Wer in der Schrift forschen will, kommt an einem Vergleich der verschiedenen Übersetzungen nicht vorbei. In Bezug auf Grundtextnähe sind nicht alle ebenso empfehlenswert wie die Elberfelder. Wer der Grundsprachen der Bibel nicht mächtig ist, kann nicht ohne Weiteres das ursprünglich Gemeinte herausfiltern, aber zumindest ein Spektrum von Gedanken, die in einzelnen Versen stecken, zusammentragen und eine Tendenz der Aussagen herausarbeiten. Sehr viel Erkenntnis gewinnt man durch den Vergleich verschiedener Bibelstellen zu einem Thema anhand einer Wort-Konkordanz oder der in der Bibel angegebenen Parallelstellen. Da die Bibel sich selbst auslegt, kann man allein dadurch sichere Aussagen gewinnen und Fehler im Verständnis oder der Auslegung vermeiden.
Die Kapitellese
Eine weitere schöne Beschäftigung mit der Bibel ist die Kapitellese. Das Gutes daran ist, dass hier nicht die Anforderung besteht, entweder für sich selbst etwas herauszufinden oder etwas ein ganzes Thema zu verstehen, sondern großflächig ein Buch der Bibel im Zusammenhang auf sich wirken zu lassen. Das hat zum Einen eine therapeutische Wirkung für unsere Gedankenwelt, die dadurch positiv beeinflusst wird, zum Andern erschließt sie uns den großen Bogen der Gedanken Gottes und des Handelns Jesu und Seiner Jünger.