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Jüngerschaftsprogramm 

Wozu Jüngerschaftsprogramme und was ist Jüngerschaft? 

Jesus lehrte Seine Jünger, sich zu vervielfältigen, als er sie vor Seiner Himmelfahrt beauftragte unter allen Nationen Menschen zu Seinen Jüngern zu machen und so die Methode Seines Wirkens auf der Erde fortzusetzen. Das geht weit über den Evangelisationsauftrag hinaus und bedeutet verbindliche und räumliche Nähe von reiferen und jungen Christen, die voneinander lernen. Auch Paulus hat die Methode des Herrn übernommen und Schüler/Jünger ausgebildet, sie geformt und beauftragt, ihrerseits andere zu unterweisen (2.Tim.2,2), und zwar insbesondere solche, die geeignet sein würden, wiederum andere Christen in ihrer Persönlichkeit zu formen und in geistliche Aufgaben einzuführen. 

Der Jüngerschaftsauftrag ist im Neuen Testament eindeutiger verankert als ein Seelsorgeauftrag, falls man den Begriff „Seelsorge“ überhaupt biblisch belegen kann. Ich halte viel von guter seelsorgerlicher Beratung, weiß aber auch aus Erfahrung, dass viele Ratsuchende eigentlich Gespräch und Kontakt Suchende sind und dass vieles im Umgang der Christen untereinander gelernt wird, was etliche unnötige Seelsorgetermine ersetzt und andere ergänzt. Insofern kommt der Jüngerschaftsarbeit auch eine ökonomische Komponente zu, da die Arbeit von Formung und Unterweisung, Gebet und Ratschlag sich auf viele Jünger Jesu verteilt. 

Insbesondere durch „Jugend mit einer Mission“ (YWAM), aber natürlich vorher unauffälliger und danach an verschiedenen anderen Stellen wurde das biblische Anliegen, Christen nicht nur zur Bekehrung, sondern zu fruchtbaren Jüngern zu machen, wiederentdeckt und programmatisch umgesetzt. Seitdem gibt es Jüngerschaftsschulen und –programme, die Christen für eine begrenzte Zeit ganzheitlich zusammenführt, aber auch kaum eine christliche Ausbildungsstätte oder Bibelschule kommt an dem Anspruch vorbei, die ihnen anvertrauten Menschen nicht nur mit Information und Lehre, sondern auch mit Persönlichkeitsformung zu versorgen. 

Insofern gibt es viele verschiedene Methoden, das Prinzip von Jüngerschaft in unserer Zeit und in unseren Rahmenbedingungen von Gemeinde und Gesellschaft anzuwenden. Ich habe über mehrere Jahre Jüngerschaftsprogramme im Rahmen der Gemeindearbeit auf zwei Ebenen durchgeführt: Erstens  zeitlich unbegrenzt für Mitarbeiter und Leiter und zweitens als Gruppen für jüngere und interessierte Christen in einem Jahresprogramm. Alle Gruppen waren entweder für Frauen oder für Männer und wurden so zusammen gestellt, dass geeignete Leiter oder zumindest Koordinatoren vorhanden waren und eine grundsätzliche Sympathie als Voraussetzung für eine persönliche Öffnung in der Gruppe gegeben war. 

Die Mitarbeiter- und Leitergruppen waren aus entsprechenden Verantwortungsträgern der Gemeinde oder anderer christlichen Arbeiten zusammen gesetzt und hatten bei ihren zwei- bis vierwöchigen Treffen den Schwerpunkt auf Austausch und Gebet. Die behandelten Themen hatten überwiegend impulsgebende Funktion und dienten dem Ziel, persönlich ins Gespräch zu kommen und voneinander zu wissen. Durch den persönlichen und privaten Charakter dieser Gruppen wurde ein Gegengewicht zu den vielen sachbezogenen und auf Dienste und Funktionen gerichtete Treffen und gegenseitiges persönliches Verständnis erreicht und gleichzeitig einer unmerklichen Aushöhlung des Privatlebens von Mitarbeitern und Leitern gewehrt. Das ist sicher der Grund, warum immer wieder Christen mit einem vollen Terminkalender und vielen Aufgaben dennoch zusätzlich Zeit zu solchen Treffen gefunden und genommen haben, da sie nicht als zusätzliche Belastung, sondern als Teil einer tragenden Gemeinschaft und Oase erlebt wurden. 

Die zunächst auf ein Jahr begrenzten Jüngerschaftsgruppen kamen 14-tägig stärker themenbezogen im Wechsel von dezentralen Treffen in Privathäusern und dem Treffen im Gemeindehaus zusammen. Die zentralen Abende beinhalteten eine ausgiebige Lobpreiszeit, ein Referat zu einem Jüngerschaftsthema und den Austausch darüber anhand von vorbereiteten Fragen in den Kleingruppen. Das Treffen zwischen den zentralen Terminen hatte die Funktion, sich besser kennenzulernen, mehr Zeit für Austausch und Fürbitte zu haben und an den behandelten Themen weiterzuarbeiten. Nach Ablauf der Themenphase, zu deren Teilnahme sich jeder verbindlich verpflichtet hatte, stand es den Gruppen frei, weiter zu machen, das was bis dahin gewachsen war zu vertiefen oder einfach aufzuhören und frei für andere Anliegen zu sein. 

Interessant war, dass das Jüngerschaftsprogramm keine Konkurrenz zur Hauskreisarbeit darstellte, aber doch eine wichtige Ergänzung. 

Inhaltlich orientierten wir uns an verschiedenen Materialien und Büchern zu diesem Anliegen. Eigene ausgearbeitete Themen waren unter anderem: 

Themen:

  Biblische Grundlagen von Jüngerschaft

  Wer bzw. was hat mein Leben bisher geprägt?

  Das Vaterherz Gottes

  Temperament und Persönlichkeit

  Gaben und Berufung

  Lebensplanung – Zeitmanagement 

Diese Themen oder grundsätzlich die Vorbereitung zur Einführung von Jüngerschaftsgruppen in Gemeinden und christlichen Gruppen biete ich im Rahmen meines Dienstes an. Bei Fragen treten Sie bitte mit mir in Kontakt.